Filmforum

Mit dem bundesweit einzigartigen Modell eines die Stadtgrenzen übergreifenden Forums bespielen seit 2006 insgesamt neun Partner das Kino im Museum Ludwig.

Als Gründungsmitglieder des Filmforums hat das gesamte breite Spektrum von Filmförderern und -produzenten, Filmschaffenden, -vermittelnden und Cineasten zur Kooperation zusammengefunden. Zu ihnen gehören die Filmstiftung NRW, die SK Stiftung Kultur, der Westdeutsche Rundfunk (WDR), die ifs internationale filmschule köln, der film & fernseh produzentenverband nrw e.v. die KölnMusik GmbH, sowie der Verbund der freien Filmszene „KinoAktiv" und das Museum Ludwig/Stadt Köln. Zahlreiche thematische Programmreihen, Filmfestivals und Premieren sowie Vorträge und Diskussionen haben im Filmforum einen Aufführungsort gefunden. Alle Veranstaltungen werden inhaltlich und finanziell von den einzelnen Partnern selbst verantwortet. Gemeinsam ist es gelungen, das Filmforum als Ort für Filmgeschichte und zeitgenössische Filmkultur zu etablieren und damit eine Lücke in der Kölner Kinolandschaft zu füllen.

Weitere Infos zu diesem und allen anderen Programmen unter www.filmforumnrw.de

Eintrittskarten für alle Veranstaltungen sind an der Abendkasse erhältlich. Vorbestellungen sind nicht möglich. Für Hörgeschädigte bietet das Filmforum Induktionsschleifen an. Das Filmforum ist für Rollstuhlfahrer zugänglich.

Filmforum im Museum Ludwig

Eingang auf der Rückseite des Museum Ludwig
Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln
E-Mail: infofilmforumnrw.de

Kommende Termine

Für: Erwachsene

Der Himalaya ist das größte Gebirge der Erde, unter den zehn Achttausendern
ist der Mount Everest der höchste. Doch es sind weniger die Superlativen, die
Sebastian Lehrke magisch anziehen. Vielmehr nimmt uns der Fotograf und
Abenteurer mit auf eine außergewöhnliche Reise: durch majestätische, mystisch
anmutende Berge und sattgrüne Wälder, die sich durch entlegene Täler ziehen.
Schritt für Schritt, oft fernab von Infrastruktur, geht er der Frage der Bedeutung
von Glück nach, wenn Besitz, Tempo und Leistung plötzlich an Bedeutung
verlieren und andere Werte in den Vordergrund rücken. In Bhutan begegnete er
Menschen von beeindruckender Herzlichkeit, Offenheit und Wärme. Menschen,
für die Fremde Teil der Gemeinschaft sind. In Nepal ist alles intensiver, kontrastreicher
und geprägt von Bewegung und Aufbruch. Es entstehen Momente, in
denen die Weite der Landschaft und die Kraft der Berge unmittelbar spürbar
werden. Sebastian lässt uns mit seinen beeindruckenden Bildern an diesen
intensiven, oft leisen und unscheinbaren Eindrücken teilhaben, in denen sich
eine neue Perspektive auf das Leben öffnet. Eine Einladung, die eigene
Vorstellung von Glück neu zu denken und vielleicht ein Stück davon mit nach
Hause zu nehmen.
Infos unter Tickets unter: www.grenzgang.de/programm/himalaya/

Für: Erwachsene

Was bedeutet eigentlich Freiheit? Einer Antwort auf diese Frage ist Weltenbummler
Sebastian Lehrke in Neuseeland am nächsten gekommen. Derart
intensiv waren die Erfahrungen während seiner Vantour in rauer Wildnis und in
stillen Momenten sowie sein Vertrauen in den eigenen Instinkt. Der Fotograf
und Filmemacher lässt dem Ungeplanten Raum, jeden Tag öffnen sich ihm neue,
ungeahnte Türen. Schritt für Schritt wird aus Kontrolle Vertrauen, aus Planung
Intuition und aus einer Reise ein echtes Erleben im Hier und Jetzt. Er durchquert
spektakuläre Fjorde, überquert alpine Pässe, steht am Rand von Vulkanen,
wandert durch uralte Regenwälder. Doch es sind nicht nur die großartigen Landschaften,
die Neuseeland prägen. Es sind auch die unerwarteten Begegnungen
mit den Menschen, die mit einer Offenheit, Gelassenheit, Vertrauen und
Naturverbundenheit leben, die erst irritiert und dann ansteckt. Seine packenden
Geschichten, beeindruckenden Naturfotografien und vor allem die kleinen,
leisen Augenblicke sind ehrliche, ungefilterte Schritte zu sich selbst – ein echtes
Abenteuer auch für uns!
Infos und Tickets unter: www.grenzgang.de/programm/neuseeland/

Für: Erwachsene

Live-Talk mit Anna Dushime und Fabian Grischkat

Krisen sind längst nicht mehr Ausnahmezustand, sondern Alltag: Krieg, Klimakrise, Aufrüstung, Rechtsruck, wirtschaftliche Ungleichheit und humanitäre Katastrophen laufen parallel — oft direkt auf unseren Bildschirmen. Wie schaffen wir es, nicht abzustumpfen und zynisch zu werden, sondern solidarisch, mutig und menschlich ins Handeln zu kommen? Der Live-Talk mit Ärzte ohne Grenzen, Fabian Grischkat, Newsfluencer, und Anna Dushime als Moderatorin verbindet dabei drei Ebenen: den Blick auf konkrete Krisen, den Umgang mit ihrer persönlichen und emotionalen Verarbeitung,
sowie die Frage nach gesellschaftlichem Handeln. Es geht nicht um „halte mehr aus“, sondern um politische und gesellschaftliche Resilienz: Wie bleiben wir unter Druck standhaft, solidarisch und handlungsfähig? Was macht uns Mut? Und wie verteidigen wir Menschlichkeit konkret?
Eintritt frei – 90 Min. – Jetzt anmelden: www.msf.de/event-stabil-bleiben

Für: Student*innen

HR·RO·IT·GR·FR·SI 2025, 137‘, OmeU, R: Hana Jušić, OmeU

Das neue Ausnahmetalent aus Kroatien Hana Jušić („Quit Staring at My Plate“, „The Last Socialist Artefact“) setzt mit diesem außergewöhnlichen historischen Drama ein Zeichen gegen die wachsende national-religiöse Bewegung in der Region. Der Film wurde als Bester Internationaler Spielfilm beim IFFF Dortmund+Köln 2026 ausgezeichnet. Wind peitscht über die dalmatinischen Berge irgendwann um die Jahrhundertwende. Eine geheimnisvolle Gestalt tritt aus der Dunkelheit. Teresa ist Fremde und zugleich Teil der Familie, nach der sie auf der Suche ist. Von Chile reiste sie in die Heimat ihres verstorbenen Mannes Marco, um dort seine Knochen zu Grabe zu tragen. In einem Tal trifft sie auf seine Schwester, die Hirtin Milena, und gemeinsam brechen sie auf in die Berge, um Marcos Familie von dessen Tod zu berichten. Zwischen den beiden Frauen entsteht eine fragile Bindung, getragen von Blicken, Gesten, gemeinsamer Arbeit und einer unvoreingenommenen Nähe, aus der allmählich eine eigene Sprache wächst. Mit strenger Form und beharrlicher Ruhe erzählt Hana Jušić von weiblicher Solidarität, die zeitlos ist. Die Jury für die Auszeichnung Bester Internationaler Spielfilm des IFFF urteilte: „Mit herausragender Inszenierung und einer filmischen Sprache von großer Präzision und Klarheit verbindet der Film meisterhaft die Genres des historischen Dramas, des Suspense und des Psychothrillers – alles durch einen kompromisslosen weiblichen Blick.“
Gast: Manuela Martelli (Schauspielerin, Regisseurin)
Moderation: Dr. Maxa Zoller (Künstlerische Leitung IFFF Dortmund+Köln)
Eine Veranstaltung der ifs Internationale Filmschule Köln in Kooperation mit dem
Internationalen Frauen Film Fest Dortmund+Köln im Rahmen des Filmforums NRW e. V.
Infos unter 0221-920188-230 oder info@filmschule.de – Eintritt frei

Für: Erwachsene

E 2022, 115‘, DCP, DF, R: Icíar Bollaín

Wie geht innere Freiheit im Angesicht erlebten Unrechts? Es gibt keine einfache Antwort. Gleichwohl gibt es Wege wieder zu Frieden und Selbstachtung zu gelangen. Der Film Maixabel lässt uns teilhaben an der Geschichte von Opfern und Tätern und auf ihrem Weg des Dialogs dürfen wir sie begleiten. Berührend, aufwühlend, befreiend – ein Film wie ein kostbares Geschenk! Wir freuen uns besonders über den Besuch von Frau Prof. Dr. Susanne Boshammer, Professorin für Praktische Philosophie an der Universität Osnabrück. Im Dialog teilt sie uns ihre Gedanken zum Film, zur Macht der Vergebung und
inneren Aufarbeitung mit.


Der Erlös dieser Benefiz-Veranstaltung kommt u.a. dem Weißen Ring zugute.
Eintritt: 17,50 €, Karten unter foerderverein@lc-koeln-ursula.de oder an der Tageskasse

Für: Erwachsene

USA·TRK 2025, 100‘, DCP, OF (UT: Türkisch/Englisch), R: Nadir Sarıbacak, Samy Pioneer

„Gazelle“ ist das Regiedebüt des gefeierten Schauspielers Nadir Sarıbacak, das er gemeinsam mit Co-Regisseur Samy Pioneer realisierte. Basierend auf eigenen Erfahrungen von Exil und Vertreibung entfaltet sich der Film als intimes psychologisches Drama über Trennung, Resilienz und die zerbrechliche Landschaft der menschlichen Psyche.
Tickets unter events.gazellefilm.com

Für: Fremdsprachige Angebote

SWE·NOR 2026, 81‘, DCP, OmU, R: Maryam Embrahimi

In einem verborgenen Haus in Rojava, im Norden Syriens leben Frauen und Männer der kurdischen Guerilla, die im Kampf gegen den IS schwer verwundet wurden. Die Schlacht ist geschlagen, die Welt hat sich abgewandt. Geblieben ist ein Schmerz, der auch dort noch wirkt, wo nichts mehr ist. Fünf Jahre lang begleitet die Emmy-prämierte Regisseurin Maryam Ebrahimi eine Gemeinschaft, die sich weigert, vergessen zu werden. Ihr Film handelt vom Leben danach, von einer Freundschaft, die trägt, und von der Würde, die niemand erobern kann.
Eintritt: 10,00 €, Tickets nur an der Abendkasse und Barzahlung.
Webseite: kurdischesfilmfestival.com, Instagram: kurdischesfilmfestivalkoeln

Für: Erwachsene

USA·TRK 2025, 100‘, DCP, OF (UT: Türkisch/Englisch), R: Nadir Sarıbacak, Samy Pioneer

„Gazelle“ ist das Regiedebüt des gefeierten Schauspielers Nadir Sarıbacak, das er gemeinsam mit Co-Regisseur Samy Pioneer realisierte. Basierend auf eigenen Erfahrungen von Exil und Vertreibung entfaltet sich der Film als intimes psychologisches Drama über Trennung, Resilienz und die zerbrechliche Landschaft der menschlichen Psyche.
Tickets unter events.gazellefilm.com

Für: Erwachsene

Weitgehend unbekannt in der Öffentlichkeit existiert in Köln eine Filmsammlung, die hohen Wert auf die Qualität der enthaltenen Filme legt und einen weiten Überblick über das internationale Filmschaffen bietet. Seit Mitte der Fünfziger Jahre engagierte sich der Kölner Leo Schönecker nicht nur in Arbeitskreisen und Diskussionsrunden zu filmthematischen Fragen, sondern er begann, selbst Filme zu sammeln, vorzuführen und zu verleihen. Seine Sammlung wurde bis zu seinem Tod im Jahr 2013 beständig fortgeführt und erweitert. Unter Filmkennern und Kuratoren war die Sammlung bekannt, gerne griff man auf die Bestände dort zurück. Insgesamt enthält das Archiv rund 1.200 Filmtitel. Nun ist es an der Zeit, diese Kostbarkeit öffentlich vorzuzeigen.

Die Filme liegen sämtlich in analoger Form vor, meistens im Format 16mm, etliche im Format 35mm. In den Kinos hat unterdessen seit einigen Jahren die Digitalisierung Einzug gehalten. Eine Vorführung von „richtigem“ Zelluloid hat inzwischen Ereignischarakter. Bei der Vorführung von Zelluloid gibt es Artefakte, die jede Kopie einzigartig machen. Es sind diese Gebrauchsspuren wie Schmutzpartikel, Kratzer, Bildstandsbewegungen etc. In jede Filmkopie ist somit auch die Geschichte ihrer Aufführungen mit eingeschrieben. Auch diesen Aspekt wollen wir vorstellen und die Vor- und Nachteile digitaler und analoger Vorführungen sichtbar machen.

BRD 1971, 102‘, 16mm, R: Volker Schlöndorff

Volker Schlöndorffs Film „Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach“ basiert auf der Chronik einer wahren Begebenheit: im Mai 1822 überfallen in Oberhessen acht Bauern und Tagelöhner den kurfürstlichen Geldtransport, der regelmäßig mit Steuergeldern unterwegs ist. Verheerende Missernten und hohe Abgaben haben sie und ihre Familien ins Elend gestürzt und empfänglich gemacht für den Plan des fliegenden Händlers Briel zu dem fatalen Raub, der nach zahlreichen Fehlversuchen schließlich gelingt. Sie wollen ihre Heimat nicht verlassen wie viele andere Auswanderer, die im Film zitiert werden, sondern sich mit dem Geld lang ersehnte Wünsche erfüllen. Doch das macht sie schon verdächtig; die Tat wird schnell aufgeklärt und mit brutalen Hinrichtungen geahndet. Gedreht wurde an Originalschauplätzen im Odenwald und in der Wetterau, ohne aufwendige Kulissen. Neben professionellen Darstellern spielten viele Laien aus der Region mit. Ihr hessischer Dialekt und Zitate aus
historischen Quellen erhöhen die Authentizität der Darstellung.

Eine Veranstaltung von Julia Schönecker-Roth und Joachim Steinigeweg
Eintritt: 8,00 / 7,00 € erm., Karten an der Kinokasse
Vorbestellung: joachim.steinigewegemail.de

Für: Erwachsene

CH 2026, 22’, OmU, R: Nevin George

Wer pflegt eine Gesellschaft, die sich nicht selbst pflegen kann? Mit dieser Frage muss sich Deutschland nicht erst jetzt befassen. Bereits in den 60er und 70er Jahren herrschte in der Bundesrepublik Pflegenotstand. Die Rettung kam aus Asien: Tausende junge Frauen aus Südkorea, den Philippinen und Indien ließen ihr altes Leben zurück, um die Wunden einer Nachkriegsgeneration zu verarzten. Das Dokumentationsprojekt WHO CARED erzählt die Lebensgeschichten von ehemaligen Krankenschwestern, die ihre Geschichten erzählen von einer bisher unsichtbaren weiblichen Migrationsgeschichte – mit weitreichenden Folgen für die Generationen nach ihnen, ihr Herkunftsland Indien, die deutsche Gesellschaft und die Bedeutung des Pflegeberufs weltweit.
Am 15. November lädt WHO CARED zum offiziellen Launch des Archivs ins Filmforum NRW. In Bühnengesprächen und Filmausschnitten erzählen ehemalige Krankenschwestern aus Indien ihre Geschichten. Das Team von WHO CARED präsentiert seine größere Vision und beleuchtet die Bedeutung von Oral History für Forschung und Community. Und der Filmemacher Nevin George zeigt seinen Kurzfilm „Mary“ über eine indische Krankenschwester in der Schweiz zwischen neuen Gefühlen und familiären Erwartungen.
WHO CARED ist ein Projekt von Masala Movement e.V. und wird gefördert durch das Bundesministerium des Innern.
Weitere Infos und Anmeldung: who-cared.com/launch – Eintritt frei